- Eine Phlegmone ist eine häufige bakterielle Infektion der tieferen Hautschichten, meist verursacht durch Streptokokken oder Staphylokokken.3
- Sie zeigt sich als gerötete, geschwollene, warme und schmerzende Haut, oft an einem Unterschenkel, und kann sich schnell ausbreiten.12
- In der Regel kann man sich bei einem anderen Menschen nicht mit einer Phlegmone anstecken.1
- Holen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn sich die gerötete Stelle schnell ausbreitet oder Sie Fieber oder Schüttelfrost haben.1
Was ist eine Phlegmone?
Eine Phlegmone (bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes; im Englischen „cellulitis“, was nichts mit Cellulite zu tun hat) ist eine häufige Hautinfektion, die durch Bakterien verursacht wird. Sie betrifft die mittlere Hautschicht, die sogenannte Lederhaut (Dermis), und das darunterliegende Gewebe.3 Staphylokokken und Streptokokken sind die häufigsten Auslöser.3 Viele Fälle gehen auf Streptokokken der Gruppe A zurück, aber auch MRSA (methicillinresistenter Staphylococcus aureus), eine Form von Staphylokokken, die gegen manche Antibiotika resistent ist, kann sie verursachen.12
Sie beginnt, wenn Bakterien durch einen Riss oder eine Verletzung der Haut eindringen.2 Diese Verletzung kann klein sein: ein Schnitt, eine Schürfwunde, ein Insektenstich, ein frisches Tattoo oder sich schälende Haut zwischen den Zehen.13 Statt einer einzelnen erhabenen Beule sieht eine Phlegmone meist wie eine gerötete Fläche aus, die sich über die Haut ausbreitet.
Wie eine Phlegmone aussieht und sich anfühlt
Die betroffene Haut ist meist:1
- Gerötet und geschwollen
- Schmerzhaft und berührungsempfindlich
- Warm
Die Haut kann außerdem straff, glänzend und gespannt aussehen oder Blasen oder eine eingedellte, grübchenartige Oberfläche bekommen.13 Die gerötete Stelle tritt oft plötzlich auf und wächst in den ersten 24 Stunden schnell.3 Manche Menschen bekommen zusätzlich Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit oder Muskelschmerzen.13
Eine Phlegmone betrifft am häufigsten den Unterschenkel, meist nur auf einer Körperseite, sie kann aber überall am Körper auftreten.2
Weil sich eine Phlegmone schnell verändern kann, ist es hilfreich, den Verlauf festzuhalten. Notieren Sie, wann die Rötung begonnen hat, und machen Sie ein- oder zweimal täglich ein deutliches Foto bei gleichem Licht. So hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine einfache Übersicht, ob sie sich ausbreitet oder abklingt.
Wer ist besonders gefährdet?
Jeder Mensch kann eine Phlegmone bekommen.1 Ihr Risiko ist höher, wenn Folgendes auf Sie zutrifft:123
- Ein Schnitt, eine Schürfwunde, eine Verbrennung, eine kürzliche Operation oder eine andere Verletzung der Haut
- Hauterkrankungen wie ein Ekzem oder Fußpilz
- Eine lang anhaltende Schwellung an Arm oder Bein, ein sogenanntes Lymphödem
- Diabetes oder eine andere Erkrankung, die das Immunsystem schwächt
- Durchblutungsstörungen oder Hautgeschwüre
- Übergewicht
- Eine frühere Phlegmone
Wenn Sie Diabetes haben, erklärt unser Ratgeber zu Staphylokokken und Diabetes, warum Haut- und Fußkontrollen so wichtig sind.
Ist sie ansteckend, und wie wird sie behandelt?
Im Allgemeinen kann man sich bei einem anderen Menschen nicht mit einer Phlegmone anstecken.1 Trotzdem kann jede offene Wunde Bakterien tragen. Halten Sie sie deshalb abgedeckt und waschen Sie sich nach dem Berühren die Hände.
Eine Phlegmone gehört in ärztliche Behandlung. Sie wird mit Antibiotika behandelt, je nach Schweregrad als Tabletten oder als Infusion über die Vene.1 Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zieht unter Umständen mit einem Stift eine Linie um den Rand der Rötung, damit sich in den nächsten Tagen leicht erkennen lässt, ob sie sich über diese Grenze hinaus ausbreitet.3 Den betroffenen Arm oder das betroffene Bein hochzulagern, kann helfen, die Schwellung zu verringern und die Heilung zu beschleunigen.1
Nehmen Sie jedes Medikament vollständig und genau wie verordnet ein, und melden Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn keine Besserung eintritt.
Ihre Haut schützen
Da eine Phlegmone mit verletzter Haut beginnt, ist die Pflege kleiner Wunden und trockener Haut die beste Gewohnheit, die Sie sich aneignen können:23
- Waschen Sie Schnitte und Schürfwunden täglich mit Wasser und Seife.
- Tragen Sie eine schützende Salbe auf und halten Sie Wunden bis zur Heilung mit einem sauberen Pflaster oder Verband abgedeckt.
- Achten Sie bei Wunden auf Rötung, Schmerzen oder austretende Flüssigkeit.
- Cremen Sie Ihre Haut regelmäßig ein, damit sie nicht rissig wird.
- Tragen Sie gut sitzende Schuhe und pflegen Sie Ihre Zehennägel gut.
- Behandeln Sie Fußpilz und andere Hautprobleme frühzeitig.
- Wenn Sie Diabetes oder Durchblutungsstörungen haben, kontrollieren Sie Ihre Füße und Beine jeden Tag.
Wer einmal eine Phlegmone hatte, hat ein höheres Risiko, erneut daran zu erkranken. Deshalb sind diese Gewohnheiten nach einer Infektion umso wichtiger.2 Schritt-für-Schritt-Tipps finden Sie in unserem Ratgeber zur Wundversorgung zu Hause.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Eine Phlegmone kann gefährlich werden, wenn sie nicht behandelt wird. Ohne Behandlung kann die Infektion ins Blut gelangen und sich in seltenen Fällen auf Herz, Knochen oder tiefe Gewebeschichten ausbreiten.2 Kennen Sie die Warnzeichen:
- Holen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn sich eine gerötete Hautstelle schnell ausbreitet oder Sie Fieber oder Schüttelfrost haben.1
- Gehen Sie noch am selben Tag oder innerhalb von 24 Stunden zum Arzt, wenn Sie einen geröteten, geschwollenen, druckempfindlichen Ausschlag haben, der größer wird, auch ohne Fieber.2
- Rote Streifen, die von der Stelle ausgehen, neue Blasen oder ungewöhnliche Schläfrigkeit während der Behandlung.3
- Fieber, das trotz Einnahme der Medikamente nicht zurückgeht.3
- Jede Rötung und Schwellung bei älteren Menschen, Menschen mit Diabetes oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Rufen Sie den Notruf 112 bei Verwirrtheit, Atemnot, Herzrasen oder wenn jemand kaum wach zu bekommen ist. Versuchen Sie niemals, eine sich ausbreitende Rötung zu Hause selbst zu behandeln.
- Centers for Disease Control and Prevention. Cellulitis: All You Need to Know. https://www.cdc.gov/group-a-strep/about/cellulitis.html
- Mayo Clinic. Cellulitis: Symptoms and causes. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/cellulitis/symptoms-causes/syc-20370762
- MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine. Cellulitis. https://medlineplus.gov/ency/article/000855.htm